Analoge Musikwiedergabe

Muss es immer Digital sein?

Jeder, der hofft hier etwas über Streaming, Netplayer usw. zu erfahren  muss ich leider entäuschen. Aber alle anderen lade ich ein mir auf einen kleinen Ausflug in die analoge Musikwiedergabe zu folgen. Klar gibt’s heute mp3, wma, aac usw., aber diese datenreduzierte Musik kann mit dem Erlebnis einer LP und eines Plattenspielers nicht mithalten. Die Vinyl-Platte, wie wir sie heute kennen, ist bereits 80 Jahre alt. Ich glaube kaum, dass die CD und ihre Nachfolgemedien jemals dieses Alter erreichen werden. Die musikalische Wiedergabe ist bei der LP nicht durch technische Parameter begrenzt. Während bei einer normalen CD der Frequenzbereich bei 20 kHz endet ist dies bei der analogen Wiedergabe nicht der Fall. Jetzt kommt ganz sicher der Einwurf: „das höre ich eh nicht“. Richtig! Aber bei einer kompletten High-End Kette spielen diese Informationen schon eine Rolle. Gerade die Abbildung und Räumlichkeit der Wiedergabe wird hier mit beeinflusst. 
Standard-CD´s leiden oft daran, dass ihnen die Lebendigkeit fehlt. Vergleichstest zwischen LP und CD bringen mich persönlich immer zur LP. Alternativ gibt es heute hochauflösende 24 Bit CD´s die mit Null-Jitter ins 16 Bit Format gebracht werden. Diese CD´s sind klanglich auf einem ganz anderen Niveau, haben aber ihren Preis.

 

Bei der Auswahl eines passenden Plattenspielers gibt es heute wieder (zum Glück) eine sehr große Anzahl von Geräten und Herstellern.
 

Alternativ gibt es die Möglichkeit sich einen günstigen Spieler bei ebay zu ersteigern. Hier würde ich aber nur zu den Dual Spielern raten. Die haben den Vorteil, dass es immer noch ein sehr großes Angebot gibt und man im Falle eines Defektes viele Teile bekommt. Empfehlenswert sind vor allem die Geräte CS 530, CS 630 Q, CS 750, CS 505-2/3/4, CS 721, CS 741Q, CS 728. Bei den letzten Beiden hat man den Nachteil, dass hier kein 1/2 Zoll System verbaut werden kann. 

Für den Einstieg sollte man beim Tonabnehmer ein MM-System nehmen. Der Vorteil gegenüber den MC-Systemen ist, dass die meisten Verstärker einen entsprechenden Eingang haben. Auch gibt es günstige externe Phonovorverstärker für diese Systeme. MC-Systeme sind eher etwas für den High-End Bereich. Sie kosten auch deutlich mehr. Empfehlenswerte MM-Einstiegssysteme sind das Ortofon OM 10/20/30 . Bei den MC-Systemen würde ich das Benz ACE empfehlen. Es liegt in der mittleren Preiskategorie und man kann es mit
verschiedenen Ausgangsspannungen wählen.

Die meisten neuen Spieler haben heute kein Subchassis mehr. Das bedeutet diese Geräte wollen sorgfältig aufgestellt und entkoppelt werden. Trittschall bzw. Reflexionen der Lautsprecher können den Musikgenuß trüben. Im Einstiegsbereich gibt es z.B. den Dual CS 505-4 der noch über ein Subchassis mit Federelementen verfügt. Wirkungsvolle Entkopplungsmaßnahmen sind z.b. die Wandmontage oder das Aufstellen auf entsprechenden Basen.

Bleibt nur die Frage nach der „Software“, den LP´s. Es gibt immer mehr Second-Hand Läden die eine riesige Auswahl an sehr gut erhaltenen Platten führen. Zusätzliche gibt auch jede Menge Neupressungen. Diese gibt über den Versandhandel von www.dacapo-records.de oder www.jpc.de

 

Die Pflege der LP sollte man einer Plattenwaschmaschine überlassen. Das früher mal gängige „Nassabspielen“ schadet mehr als es nutzt.

Plattenwaschmaschinen gibt es in sehr einfacher Ausführung, die es auch gebraucht gibt, bis hin zu vollautomatischen Geräten. 

 

Bei mir zu Hause läuft ein Clearaudio Performance (mit Clearaudio synchro und Musical Fidelty MX Vynl) und ein Dual CS 750 mit Benz ACE H2 (ebenfalls an einer Musical Fidelty MX Vynl). Die Verstärkung übernimmt ein McIntosh MA 6600AC.

Einen CD Spieler habe ich natürlich auch. Der Teac VRDS 25X ist aus dem Jahr 2000. Die abschließende Wiedergabe erfolgt über T&A Lautsprecher Criterion TS 200. Ihre Transmission-Line sorgt für eine wundervolle Bass-Wiedergabe und macht einfach Spaß.

Die Bilder sind alle im Phonomuseum St. Georgen entstanden